Da ich für ein Haustier regelmäßig draußen oder im Zooladen Mais besorge und natürlich schon immer wusste,dass man den aus klassischen Sommersalaten kennt,kam irgendwann die Frage auf:
Woran erkennt man eigentlich den berüchtigten "Genmais"?
Wir hatten mal-Schande über uns-ein paar Maiskolben auf einem Feld geklaut und den völlig naiv geputzt und in heissem Salzwasser gekocht.Und gekocht.Und gekocht.
Nach 2 Stunden war er immernoch steinhart.Und dann sagte mein Mann:
Das ist Industriemais.Oder Genmais? Ist das dasselbe? Keiner wusste es von uns
Google fragen half auch nicht.Google kennt keinen für Laien sichtbaren Unterschied zwischen Genmais und Zuckermais.Oder Industriemais und Zuckermais.Nur dass manipulierter Mais,genau wie manipulierter Soja nicht undeklariert in den menschlichen Verzehr gelangen darf.Noch nicht.Ich habe es nicht geschafft,all diese Begriffe sauber zu klären.Ich weiss es immernoch nicht wirklich korrekt.
Das Negative zuerst:
1.Maismehl bindet nicht-wegen der fehlenden Klebereiweisse!
Wenn man also wie ich Mais zu einer Nahrungsgrundlage erhebt,geht es nie ohne Eier.
Man kann daher auch keines "normales"Brot mit Mais backen.
Wenn man den Fladenteig 2,3 Minuten stehenlässt quillt er aber durchaus etwas auf
Und interessanterweise kann man damit Sojahack und auch Saucen binden.Das weiss ich,weil ich es täglich tue.
Verstehen tue ich es nicht.
"Dies ist ein Wunder vor unseren Augen!" (Paulus)
Naja.
2. Mais treibt auf.
Wenn ich es damit übertreibe kriege ich keine Weizen-sondern eine Maiswampe-warum auch immer.
Man sieht das tatsächlich!
3.Und das ist jetzt ernst:
Wer aus Langeweile oder Armut immer nur Polenta oder Maisfladen isst,
bekommt Mangelerscheinungen!
Mais enthält keine/sehr wenig Nicotinsäure und wer sich einseitig von Mais ernährt, riskiert die- unter Umständen tödliche -Mangelkrankheit Pellagra.
Und Nicotinsäuremangel entsteht relativ schnell.
Nicht umsonst pimpe ich meine Maiskuchen pausenlos mit Nüssen,Leinsamen,Gemüse,Kräutern und Soja bzw Fleisch auf.
Ich esse leisenschaftlich gerne Mais-Griessbrei,aber verflixt:
Obst rein,Nüsse rein,Leinsamen rein,Honig,Kakao,Säfte oder Milch dazu.IMMER!
4.Maisteig lässt sich nicht backen.
Man kann meine Fladen dünn gebraten und entsprechend gewürzt sehr gut als Pizzateig nehmen,aber:
Alles was nicht roh auf die Pizza soll,muss extra gegart werden!
Im Ofen oder Kochtopf.
Nur zum Käse drauf backen und nochmal richtig heiss machen, kann die fertige Pizza bei 150°C 10 Minuten in den Backofen.
Tomaten,egal ob roh oder geschmort,wegen ihres hohen Wassergehalts, immer als letztes kurz vor dem Verzehr, drauf tun.
Sonst weicht die viele Flüssigkeit den Teig auf und verwandelt die Pizza in Maismatsch....
Aber das übt sich absolut,Maispizzas zu fabrizieren.
Und wenn man das erstmal draufhat ist das echt lecker!
Das Positive:
Mais ist ein in Europa heimisches,überwiegend noch nicht genverändertes Getreide (und noch muss es als genverändert deklariert sein?),wo ich allerdings nicht meine Hand dafür ins Feuer lege,dass der Wegfall langer Transportstrecken nun wirklich ökologischer ist.Schon alleine wegen der sehr häufigen Monokulturen,dem Pestizideinsatz,dem Wasserverbrauch,der Gentechnik....
Aber die hochgepuschten glutenhaltigen Industriegetreide-allen voran der Weizen-sind in einer Weise umweltbelastend,dass man die Folgen im US-amerikanischen Middelwest schon beim reinen Fotos ansehen bewundern kann.Was da jetzt besser ist ist die Frage,aber über die Dunkelheiten des Industrieweizen später mehr.
Vorallem in den Gemüseläden der Türken gibt es 1000 Gramm Maismehl für 1,79 Euro-und man kommt da ewig mit aus.
Es ist also billig,lecker und sehr sättigend und man kann es -trocken und gut verschlossen-fast ewig lagern.
100gr Mais bringen ca 2000Nanogramm Vitamin E,295 mg Kalium und 90 Gramm Magnesium.
Mais ist sehr mild für die Verdauung,nicht magenreizend und entwässernd.
Und er ist -trotz seiner bitteren Geschichte und all seinen Nachteilen-eine Einladung zu einer frischen,fast zuckerfreien,auf natürlichen Zutaten basierenden Küche,die jeder Glutenunverträgliche und alle,die Mais vertragen, billig nutzen können.
Apfelpfannkuchen
Was man dafür braucht:
200gr Maismehl
1 TL Meersalz
2 Eier
1 Handvoll gemörserte Nüsse
1 EL Leinsamen
ca 500-700ml lauwarmes Wasser
1 großen Apfel
Pflanzenöl
Das Mehl mit dem Salz,den Nüssen,dem Leinsamen,einem Tropfen Öl und den 2 Eiern in einem hohen Gefäß mischen und mit dem lauwarmen Wasser verquirlen,bis der Teig die gewünschte Konsistenz erreicht.
Den Apfel schälen,das Kerngehäuse entfernen und relativ dünne Ringe oder flache Stückchen schneiden.Johann Lafer nimmt für Eierpfannkuchen Ringe! Ich persönlich mache,wenn ich Ringe nehme,den Pfannkuchen beim Wenden grundsätzlich kaputt.Inzwischen schneide ich den Apfel in kleine flache Stückchen....
Eine flache unbeschädigte Pfanne mit Öl auf dem Herd erhitzen und soviele Ringe wie reinpassen in der Pfanne verteilen.Die Ringe/Stückchen einmal wenden und dann den Teig darüber verteilen.
Wie im Grundrezept den Pfannkuchen braten bis er fest oder sogar knusprig ist.
Es ist dringend zu empfehlen,den Kuchen, notfalls zerteilt, einmal zuwenden!
I.d.R.verhindert der Apfel,dass der Eierteig bis an die Oberfläche fest wird,dh,er bleibt teilweise roh.
Das erhöht die Salmonellengefahr extrem!
Übrig gebliebene Äpfel und Teig für einen 2.Pfannkuchen aufbrauchen!
Schlagsahne,Zucker+Zimt,wer es mag, oder jegliche Art von Fruchtmus oder Obstsalat auf dem Pfannkuchen verteilen.
Bitte unbedingt drauf achten!!
Vorallem im Sommer, aber grundsätzlich, den rohen Teig in Arbeitspausen in den Kühlschrank
stellen!
Man lasse diesen Eierteig niemals länger als 10 Minuten in der warmen Küche stehen!
NIEMALS!
Polenta/Milchsuppe
Was man dafür braucht:
-0,5L Getreide oder Sojadrink (oder Kuhmilch)
-Maisgrieß oder normales Maismehl für die Milchsuppe
-1Tl Margarine/Butter
-1Ei
-Meersalz
-Evtl Zucker oder Sirup (ich süsse Polenta nicht)
ggf Obst,Nuss-oder Mandelbruch,Leinsamen,Saft,Sahne,Zimt....
Die Milch mit der Margarine,dem Ei,dem Salz und evtl dem Zucker heisswerden lassen und kurz vor dem Siedepunkt mit dem Einrühren des Maisgriess beginnen.
Immer rühren bis die Masse Blasen wirft vom Kochen und langsam fest wird.Die Blasen müssen auch sein,damit das Ei keinesfalls halbroh bleibt.
Wie fest, muss jeder für sich entscheiden.
Dann in eine Schüssel füllen und beliebig garnieren und erweitern.
Es ist total unkompliziert,übrig gebliebene Säfte vom Einkochen oder Milch mit eingerührtem Maismehl zu erhitzen.Das ist gut mit Eichelmehl zu bereichern.(50:50 oder 70:30,wie man es mag).
Es gibt einen warmen,sättigenden Brei,den ich persönlich sehr mag und oft als schnelles Frühstück oder Snack am Nachmittag benutze.Quasi statt Kaffee und Kuchen.




