Montag, 29. August 2016

Abstecher : Konservierung


Unglaublich viele Tipps und Empfehlungen sind unterwegs,wie man Lebensmittel haltbar macht.
Das letzte,was man mir empfahl,war,zwar desinfizierte Gläser zu nehmen,aber die Äpfel,die man haltbar machen wollte,einfach nur kalt und normal geraspelt einzufüllen.
Ich persönlich habe da viele schlechte Erfahrungen gemacht.
Von verschimmelten Hagebutten bishin zu Gurkengläsern mit aufgetriebenem Deckel.
Letzteres ist,wenn es übersehen und der Inhalt trotzdem gegessen wird,eine echte Katastrophe.
Die sogenannten "Anaerobier",die in verschlossenen Gläsern und Dosen "leben", sind ohne Sauerstoff sich vermehrende Bakterien,die die schlimmste aller Lebensmittelvergiftungen hervorrufen können.
Mit Brechdurchfall,Hörausfällen,Sprechunfähigkeit und irreversiblen Lähmungen bis zum Tod.

Botulismus

Zu solchen Experimenten bin ich nicht bereit und unterstütze sie auch nicht.
Gemüsesorten,die direkt aus dem Boden kommen,gären bei mir grundsätzlich,egal,wie ich sie konserviere.Das mag an einem,mir nicht bewussten Fehler liegen.Jedenfalls habe ich beschlossen,das Einkochen von Gurken,Zuchinis,Pastinaken und Co,die besonders botulismusanfällig sind, endgültig der Industrie zu überlassen.Man spielt da wirklich mit seiner Gesundheit,auch,wenn die Anzeichen einem aufmerksamen Menschen kaum entgehen können können,eigentlich:
-aufgetriebener Deckel
-ein deutlich hörbarer zischender "Knall" beim Aufschrauben des Glases-wie beim Öffnen einer geschüttelten Mineralwasserflasche.
-Bläschen im Eingeweckten (Gärung!)
-ein charakteristischer Geruch,den ich nicht beschreiben kann.Aber man merkt es sofort.

Wenn man sowas feststellt: Ab mit dem ganzen Glas in die Mülltonne! Auf keinen Fall noch probieren! Nochmal erhitzen nützt da auch nichts mehr,nur noch wegwerfen.

Ich nehme normale Twist off-Gläser von Gemüse,Kompott oder Marmelade aus dem Supermarkt.
Da ich ein großer Fan von mariniertem Fisch bin,den ich im Glas kaufe,habe ich da keine Schwierigkeiten solche Gläser zu bekommen.
Mehr Erfahrung gehört mE dazu,die Gläser und das Obst so zeitgleich fertig zu kriegen,dass das eine noch kocht und das andere noch möglichst nah an der Desinfektionstemperatur von ca 70°C ist.

Die Gläser werden normal abgewaschen und mit heissem Essigwasser gespült.
Bei den Schraubverschlüssen von getönten Saftflaschen fülle ich den Essig auch schon mal pur ein und warte 10 Minuten.
Den Ofen nicht vorheizen,ist er zu heiss,könnten die Gläser springen.

Das Glas mit einem sauberen Tuch abtrocknen und in den kalten Ofen stellen.
Die Verschlüsse sorgfältig auf Rost und beschädigte Beschichtungen kontrollieren und mit dem Gewinde nach oben ebenfalls in den kalten Ofen legen.
Den Ofen mit Umluft auf 70°C heizen lassen,sodass er mit den Gläsern zusammen heiss wird.
Solange erhitzen bis die Anzeige für das Vorheizen erloschen ist.
Von da an Gewinde und Schraubverschlüsse nicht mehr mit bloßen Händen anfassen: Neue Bakterien und HEISS!
Das noch kochende Obst in die Gläser füllen und Safttropfen sorgfältig mit sauberen Küchentüchern von den Schraubgewinden entfernen.
Je einen Topflappen um Glaskörper und Deckel legen,das Glas sehr fest zu schrauben und für eine Weile auf den Deckel stellen.
Vorausgesetzt,die Deckel waren in Ordnung und ich habe mich streng an diese Regeln gehalten,haben auch Hagebutten bei mir schon Wochen lang gestanden, ohne zu verderben.

Was man dafür braucht:
Twist off-Gläser
70°C heissen Backofen
Essigwasser
Saubere Küchen-und Geschirrtücher
Saubere Kellen
2 Topflappen

Intakter Schraubdeckel mit unbeschädigter
Beschichtung.













Sichtbare Beschädigung der Beschichtung,die schon Rost angesetzt hat.








Solche Deckel lassen mit großer Sicherheit alles Eingekochte verderben und sind auszusortieren.













Fazit:
Gespülte,sauber abgetrocknete Gläser!
Unbeschädigte Deckel!
Richtige Ofentemperatur!
Finger weg,Bakterien!

Nie beim Einkochen die Ascorbinsäure und,wer mit Sago geliert, eine zumindest geringe Menge Zucker vergessen!