Vorrangig mache ich es,weil ich immer auf der Suche nach alternativen Mehlsorten bin.
Sehr lecker ist auch Kastanienmehl,aus dem wir schon herrliche Canapees mit Schinken und Melone hergestellt haben.Neulich schenkte mir jemand Mehl von roten Linsen,aber damit hab ich noch keine Erfahrung.
Vollständig getrennt habe ich mich von den handelsüblichen glutenfreien Mehlen für Zöliakiepatienten,weil sie a) sehr teuer sind und b) neben dem Lupinenanteil aus einer mir unverständlichen Zusatzstoffmischung bestehen.
Auch wenn sie sich wunderbar verarbeiten lassen habe ich irgendwann beschlossen,dass ich so hoch chemisches Zeug nicht mehr essen möchte.Das Maismehl kam da gerade recht.
Warum sich allerdings jemand hinstellt und Eicheln zu Mehl verarbeitet ist,wenn man den ellenlangen Zubereitungsprozess kennt,nicht einfach zu erklären.Zumal die Eichel ernährungsphysiologisch nicht besonders wertvoll ist.
Sie ist aber ein Sättigungsfaktor,beliebig mit Maismehl mischbar.
Sie ist Kaffeeersatz.
Und sie ist wegen ihrer zusammenziehenden Eigenschaften Medizin gegen jegliche Art von Blutungen und gegen Durchfall.
Genau wie die Hagebutte,die Heilkräuter und die Birke verschafft sie auch dem ärmsten Schlucker-vorallem wenn er kein Gluten verträgt-eine wundervolle Autonomie, denn man findet sie buchstäblich auf der Strasse,in Wäldern,Parks und Knicks.
Sie ist für mich geradezu ein Symbol für die Möglichkeit,sich abseits des teuren Discounterrummels für sehr wenig Geld mit gesundem Essen und heilwirksamen Substanzen zu versorgen.Eine Autonomie,die heutzutage fast vollständig verloren geht.Was ich als Katastrophe für den Menschen empfinde.Wie unselbständig ist man eigentlich,wenn man vollständig auf ein globales,hochkomplexes Versorgungssystem angewiesen ist? Und-wie leider viele Leute mittlerweile-das Kochen nicht gelernt hat,weswegen jegliche Alternative fehlt.Übrigens auch die Alternative zu dem Zuckerverbrechen der Lebensmittelindustrie und den unleserlichen Inhaltslisten auf Verpackungen.Was soll man denn sonst essen??
Ich leide unter den Eicheln,weil sie so besch...eiden schwer zu verarbeiten sind.Und ich bin finanziell nicht auf sie angewiesen,ich mache das nicht aus Armut.
Nein ich rackere mich mit Eicheln,Schlehen und Hagebutten ab,weil sie mir ein wunderbares Gefühl von Erdverbundenheit und und Autonomie vermitteln.Ein paar Wochen im Oktober kann man Eichelmehl sogar im Internet bestellen-und das ist genauso teuer,wie das industrielle Diätmehl auf Lupinenbasis für Zöliakiepatienten.Ich könnte es auch bestellen,aber ich fluche jedes Jahr aufs neue und jedes Jahr aufs neue mache ich mein Eichelmehl selbst.
Eins vorweg und ich bitte dringend,das zu beachten:
Eicheln sind unbehandelt ("roh") stark blausäurehaltig.
Das ganze nervtötende Procedere mit rösten,aufkochen und 24 Stunden wässern, dient der Zerstörung und Ausschwemmung der Blausäure.Es gibt dazu keine Alternative!!
Wer dahinter überflüssige,verzichtbare Pedanterie vermutet und aus Eile ,Ungeduld oder Sorglosigkeit meint,auf einen der beschriebenen Arbeitsschritte verzichten zu können, riskiert eine
schwere Blausäurevergiftung mit Magenkrämpfen,Durchfall und Erbrechen.
Das kann im Krankenhaus oder noch schlimmer enden.
Ich habe diesen Herstellungsprozess penibel, schrittweise und mit Fotos dargestellt.Für Leute,die sich nicht dranhalten und krank werden, bin ich nicht verantwortlich.
Schweine können Eicheln roh essen und lecker finden,wir nicht.Nicht vergessen!
